"Retail Media ist im Herzen von Otto angekommen"

 Digitalfirmen aus den USA beherrschen den deutschen Markt, aber die spannendsten Entwicklungen – zumindest im E-Commerce – kommen ausChina. Als Beispiel dafür gilt die Mode-App Shein, deren Geschäftsmodell als C2M bezeichnet wird – vom Konsumenten direkt zum Hersteller. „Bei Shein steuert die Nachfrage direkt die Produktion“, sagte China-Experte Björn Ognibeni auf dem 3.Otto Retail Media Summit. Statt einer neuen Kollektion im Vierteljahresrhythmus werden bei Shein 10.000 neue Produkte pro Woche angeboten. Produziert werden die Produkte aber erst, wenn die Nachfrage hoch genug ist. Um genügend Käufersignale zu erhalten, ist Shein aggressiv in den sozialen Medien unterwegs. „Shein ist ein permanent lernendes System“, sagte Ognibeni, der auch Gamification und das Live-Shopping als wichtige Innovationen anpries. „In China konkurrierendie Shopping-Apps mit den Streaming-Portalen um die beste Unterhaltung für die Menschen“. Bei den Erlösströmen seien die chinesischen Digitalunternehmen oft sehr viel breiter aufstellt als die amerikanischen oder europäischen Konkurrenten. 

Die Frage, ob sich Retail Media als Werbegattung in Deutschland durchsetzt, wurde auf dem 3. Retail Media Summit nicht mehr ernsthaftdiskutiert. Nach dem Wachstumssprung im vergangenen Jahr auf 1,5 bis 2 Mrd. Euro ist die Werbung direkt am Point of Sale inzwischen fester Bestandteil der meisten Mediapläne. Ein Abflachen der Wachstumskurve ist nicht in Sicht, auch weil viele Händler wie Douglas erst im Wandel zur Handelsplattform stecken und die nötigen Werbetools für das Retail-Media-Geschäft noch aufbauen. „Douglas und andere geben Vollgas. Wir reden in dem Markt nicht mehr nur über Amazon“, sagte Petra Solmke von der Omnicon Media Group.  

Wichtigste Alternative zu Amazon in Deutschland ist Otto. Auchdie Hamburger arbeiten intensiv am Ausbau der Sparte. „Retail Media ist im Herzen von Otto angekommen. Mit der größten Transformation, die es bei Otto je gab, haben wir eine hybride Plattform gebaut, die auf drei Säulen steht: Unserem eigenen Handelsgeschäft, unserem Marktplatz, der gerade über alle Maßen skaliert, und unserem Retail-Media-Geschäft. Wir haben jetzt alle Voraussetzungen geschaffen, dass Otto mit Retail Media voll durchstarten kann. Das ist kein zartes Pflänzchen mehr, sondern wird synchron mit der gesamten Plattform hochgefahren“, sagte Bereichsvorstand Marc Opelt (Foto: Otto).    

Die Frage, on RetailMedia bald auch im stationären Handel ankommt, beantwortete Aylin Ersan, Head of Digital Media & Retail Media Lead bei Douglas: „Natürlich haben wir Ideen, auch den Point of Sale zu digitalisieren, so dass wir beide Touchpoints – digital und stationär –bedienen können. Aktuell konzentrieren wir uns auf das Kerngeschäft im Shop, aber die Zukunft wird sicherlich in diese Richtung gehen“, sagte Ersan (Foto Douglas). Mit Hilfe der 1st-Party-Daten wollen die Plattformen ihren Heimvorteil künftig stärker ausspielen. 

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