Otto baut eigenen Zahlungsdienstleister

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Auf dem Weg zu einer Plattform plant die Otto Group den Aufbau einer eigenen Zahlungsdienstleisters inklusive Bafin-Lizenz. Er soll alle Zahlungsfunktionen auf dem Marktplatz abwickeln, so dass die Kunden bei der Bezahlung nur noch Otto als Adressaten haben sollen. „Funktionen wie Rechnungskauf und Ratenzahlung, die bei Otto seit Jahren selbstverständlich sind, können dann im exakt gleichen Standard auch von den Partnern angeboten werden“, erklärt Otto-Bereichsvorstand Marc Opelt im Handelsblatt. Die „Partner“ sind die mehr als 1000 Marktplatzhändler, die spätestens bis zum Jahresende auf Otto.de ihre Produkte anbieten sollen.

 

Inzwischen arbeiten schon mehr als 100 Menschen an dem Projekt. Und das ist noch nicht das Ende: 150 Mitarbeiter sind geplant, sagte Opelt. Im Frühjahr 2022 soll der Zahlungsdienst – dann lizensiert – seinen Betrieb aufnehmen.

 

Nach dem Vorbild von Alibaba (Alipay) dient ein eigener Zahlungsdienstleister vor allem zwei Zwecken: Den Akteuren (Händler und Kunden) die Finanzdienstleistungen so einfach wie möglich zu machen und gleichzeitig Daten zu sammeln, um Zusatzprodukte wie Kredite oder Ratenzahlungen anbieten zu können. Und auch an jeder Transaktion noch etwas zusätzlich zu verdienen. Alibaba ist allerdings schon drei Schritte weiter: Alipay ist heute der wichtigste Zahlungsdienst für die Mehrheit der Internetnutzer in China, die in der „Super-App“ den Großteil ihres digitalen Lebens verbringen. Um die Zahlfunktion ist ein Ökosystem vieler verschiedener Dienstleistungen entstanden, an denen die Muttergesellschaft Ant Group kräftig verdient. Wie erfolgreich das sein kann, wird der Börsengang der Ant Group zeigen. Im Moment wird das Unternehmen auf mehr als 200 Milliarden Dollar taxiert und ist damit etwa so viel wert wie der teuerste Dax-Konzern SAP.

 

Diesen Weg will Otto allerdings nicht kopieren. „Unser Ziel ist es nicht, ein eigenes Zahlungsmittel für externe Plattformen anzubieten“, sagt Opelt. Einen Zahlungsdienst „Otto-Pay“ wird es also erst mal nicht geben. Mit dem Versuch ist Otto schon einmal gescheitert: Yapital hieß die mobile Bezahlapp, die Otto 2011 mit großem Aufwand an den Markt gebracht hat, die sich aber nie durchsetzen konnte und 2015 eingestellt werden musste.

 

Foto: Otto Group

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